Aktuelles



An die Hochwürdigsten Herren Vorsitzenden der Bischofskonferenzen

Eminenz,
Exzellenz,

da nun mehr als dreißig Jahre vergangen sind, seit die von den Mitgliedern des
Opus Angelorum (Engelwerk) vertretenen Theorien und Bräuche einer Prüfung unterzogen worden sind, scheint es der Kongregation für die Glaubenslehre angebracht, die Mitglieder der von Ihnen geleiteten Bischofskonferenz über die seither eingetretenen Entwicklungen zu informieren, damit sie besser damit umgehen können.

I. Die genannte Prüfung fand mit der Veröffentlichung eines Schreibens über die vom Heiligen Vater am 24. September 1983 approbierten Entscheidungen (AAS 76 [1984] 175-176) und später mit der Publikation des Dekretes
Litteris diei vom 6. Juni 1992 (AAS 84 [1992] 805-806) ihren Abschluß.
Diese Dokumente verfügten im Wesentlichen, daß die Mitglieder des Opus Angelorum sich bei der Förderung der Verehrung der heiligen Engel an die Lehre der Kirche, an die heiligen Väter und an die Kirchenlehrer halten müssen und weder die »Namen«, die aus den Frau Gabriele Bitterlich zugeschriebenen angeblichen Privatoffenbarungen stammen, gebrauchen noch die aus diesen angeblichen Offenbarungen hervorgegangenen Theorien in irgendeiner Weise lehren, verbreiten oder benutzen dürfen. Darüber hinaus wurden die Mitglieder angehalten, sich streng an die liturgischen Vorschriften zu halten, besonders bei der Feier der heiligen Eucharistie. Mit dem Dekret von 1992 wurde die Umsetzung dieser Anweisungen einem Delegaten mit besonderen Vollmachten anvertraut, der vom Heiligen Stuhl ernannt wurde und auch die Aufgabe erhielt, die Beziehungen zwischen dem Opus Angelorum und dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz zu regeln.
In den darauffolgenden Jahren gelang es dem Delegaten, P. Benoit Duroux OP, die ihm anvertrauten Aufgaben zu erfüllen. Heute kann man davon ausgehen, daß das
Opus Angelorum dank des Gehorsams seiner Mitglieder loyal und treu in Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche sowie den liturgischen und kanonischen Vorschriften lebt. Mit Rücksicht auf das vorgerückte Alter von P. Duroux ist am 13. März 2010 P. Daniel Ols OP zum neuen Delegaten mit denselben Kompetenzen, die im Dekret vom 6. Juni 1992 beschrieben sind, ernannt worden.
Die Normalisierung der Situation zeigt sich besonders in den folgenden Punkten: Am 31. Mai 2000 hat die Glaubenskongregation für das
Opus Angelorum die Formel einer Weihe an die heiligen Engel approbiert.
Mit Zustimmung der Glaubenskongregation hat dann die
Kongregation für die Institute des geweihten Leben und die Gesellschaften des apostolischen Lebens das »Statut des Opus Sanctorum Angelorum« approbiert, in dem unter anderem die Beziehungen zwischen dem Opus Angelorum und dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz geregelt werden.
Gemäß diesem Statut ist das
Opus Angelorum ein öffentlicher Verein der katholischen Kirche mit Rechtspersönlichkeit gemäß can. 313 CIC; dieser Verein ist nach can. 677 § 2 CIC dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz angeschlossen und steht nach can. 303 CIC unter dessen Leitung.
Zudem sind die Konstitutionen der
Schwestern vom Heiligen Kreuz vom Bischof von Innsbruck approbiert worden. Schließlich konnte der Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, dessen Leitung am 30. Oktober 1993 von der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens ernannt worden war, Anfang 2009 den eigenen Generaloberen und die Mitglieder des Generalrates wählen.
Wie sich das
Opus Angelorum heute darstellt, ist es also ein öffentlicher Verein der Kirche in Übereinstimmung mit der überlieferten Lehre und den Weisungen der höchsten Autorität. Es verbreitet die Verehrung der heiligen Engel unter den Gläubigen, ruft zum Gebet für die Priester auf, fördert die Liebe zu Christus in seinem Leiden und die Verbundenheit mit ihm. Es besteht daher für die Ortsordinarien kein Hindernis lehrmäßiger oder disziplinärer Art, diesen Verein in ihren Diözesen aufzunehmen und sein Wachstum zu fördern.

II. Die Glaubenskongregation möchte die Ordinarien freilich auch darauf aufmerksam machen, daß in den vergangenen Jahren einige Mitglieder des
Opus Angelorum, darunter verschiedene ausgetretene oder entlassene Priester des Ordens der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, die von der Kongregation erlassenen Normen nicht akzeptiert haben und gezielt darauf hinarbeiten, das ihrer Auffassung nach »echte Engelwerk« wiederherzustellen. In dieser Bewegung wird all das vertreten und praktiziert, was in den genannten Dokumenten verboten worden ist. Nach dem Kenntnisstand der Kongregation erfolgt die Werbung für diese Bewegung, die vom gesunden Weg abweicht und jeglicher kirchlichen Kontrolle entzogen ist, auf sehr diskrete Weise; sie präsentiert sich, als ob sie in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stünde.
Die Kongregation für die Glaubenslehre bittet deshalb die Ordinarien, bezüglich solcher Aktivitäten, welche die kirchliche Gemeinschaft schädigen, wachsam zu sein und sie zu verbieten, wenn sie davon in der eigenen Diözese Kenntnis erhalten.
Im Vertrauen darauf, daß sich die Mitglieder der von Ihnen geleiteten Bischofskonferenz die hier gegebenen Hinweise zu Herzen nehmen, verbleiben wir mit besten Grüßen und Segenswünschen
Ihre im Herrn ergebenen

William Kardinal Levada
Präfekt

Luis F. Ladaria SJ
Titularerzbischof von Thibica, Sekretär

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Kathweb.at Nachrichten:
11.10.2010
Vatikan billigt Statut für reformiertes Engelwerk
Der neuen Anerkennung vorausgegangen waren eine Reihe von personellen Veränderungen und inhaltlichen Reformen

Vatikanstadt (KAP) Der Vatikan hat das Statut für die katholische Vereinigung "Engelwerk" gebilligt, nachdem dieses sich von umstrittenen Lehren und Praktiken distanziert und gelöst hat. Die Anerkennung als öffentlicher Verein der katholischen Kirche ist bereits 2008 erfolgt - nachdem Rom schon im Jahr 2000 eine neu formulierte Formel der Engelweihe approbiert hatte, die mit der kirchlichen Lehre übereinstimmt, hieß es nun im Vatikan. Für die Lehren und Praktiken, die auf angebliche Privatoffenbarungen der Gründerin des Werks, Gabriele Bitterlich, zurückgehen, gelten jedoch weiterhin die von der Glaubenskongregation im Juni 1992 verhängten Maßregelungen und Verbote.
Der neuen Anerkennung vorausgegangen waren eine Reihe von personellen Veränderungen und inhaltlichen Reformen beim Engelwerk. Anfang 2009 konnte der Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz, dem es angeschlossen ist und unter dessen Leitung es steht, erstmals seit fast 20 Jahren wieder eigene Wahlen für seine Leitungsspitze durchführen.
Nach massiver Kritik am Engelwerk hatte der Vatikan die frühere Leitungsspitze des Ordens abgesetzt und einen "Sonder-Delegaten" eingesetzt, den Dominikanerpater Benoit Duroux, einen langjährigen Konsultor der Glaubenskongregation. Für ihn rückte später sein Ordensbruder Daniel Ols, Mitarbeiter der Heiligsprechungskongregation, nach. Auch nach der jüngsten Wahl von Joachim Welz zum Generalsuperior behält Ols sein Amt als Sonder-Delegat.
Den verschiedenen Zweigen des Engelwerks gehören nach kirchlichen Schätzungen rund 100 Priester und 400 Ordensfrauen an. Zuverlässige Angaben über die Zahl von Laien-Anhängern oder Sympathisanten liegen nicht vor.

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kath.net Aritkel (Auszug):
11.10.2010
Der Vatikan hat das "Engelwerk" dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz angeschlossen. Die Privatoffenbarungen von G. Bitterlich bleiben weiterhin verboten - Der "Spiegel" machte daraus einen "Aufreger"

Innsbruck (kath.net)

"Erzkonservativer Geheimbund - Vatikan erteilt Engelwerk seinen Segen". So titelte der "Spiegel-Online" am vergangenen Samstag und verbreitete die Meldung, dass der Vatikan die "Geheimlehren" des Opus Angelorum anerkannt habe. Das Engelwerk selber möchte den Spiegel-Bericht gar nicht kommentieren, da dieser "böswillig und niveaulos" sei, wie ein Sprecher gegenüber kath.net mitteilte.

Das Werk verweist allerdings darauf, dass das Dekret vom 6. Juni 1992 - damals hatte der Vatikan die Bitterlich-Schriften verboten - nach wie vor nicht zurückgenommen worden ist und dies weiterhin seine Gültigkeit habe. Dies betrifft insbesondere die Teile der Privatoffenbarung von Mutter Gabriele Bitterlich, die nicht von der Hl. Schrift und der Tradition der Kirche belegbar sind. So sei weiterhin die Verwendung großer Teile der Privatoffenbarung untersagt. Daran halte man sich auch.

Der Sprecher teilte auch mit, dass trotz des Dekretes vom 6. Juni 1992 bereits im Jahre 2000 die Glaubenskongregation eine Weihe an die hl. Engel approbiert habe. Sie gründet auf der durch Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt bezeugten allgemeinen Offenbarung Gottes und enthält die wesentlichsten Aspekte der Spiritualität des Werkes der hl. Engel. Das im Jahr 2008 vom Heiligen Stuhl approbierte Statut des Werkes der hl. Engel bezieht sich auf Pkt V. des Dekretes von 1992. Dort geht es allerdings nur darum, die Beziehungen zwischen dem Opus Angelorum und dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz zu klären und zu regeln. Damit ist das Werk der Hl. Engel eine vom Hl. Stuhl anerkannte kirchliche Bewegung und gemäß can. 677, §2 dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz angeschlossen und wird im Sinnen von Can. 303 von diesem Orden geleitet werde. Der Sprecher des Engelwerks betonte, dass dies geschehen sei, weil sich das Werk eben gerade an die kirchlichen Auflagen gehalten habe und sich selbstverständlich auch weiterhin an diese halten werde.

Der "Spiegel" zitierte offensichtlich aus dem Brief des vom Vatikan neu ernannten Delegaten, P. Daniel Ols O.P, vom 10. März 2010, der in einem Schreiben an die Mitglieder des "Engelwerks" veröffentlich wurde. In dem kath.net vorliegenden Schreiben heißt es unter anderem auch: "Unser neuer Hochw. Delegat, P. Ols, O.P., erwähnt in diesem Schreiben zuerst die positive Entwicklung, welche unsere Bewegung seit dem Dekret der Glaubenskongregation im Jahre 1992 durchgemacht hat. Dem klugen und umsichtigen Vorgehen der kirchlichen Stellen entspricht seitens des Werkes der hl. Engel eine Gelehrigkeit und ein den kirchlichen Anweisungen gehorsames Verhalten, das sicherlich nicht immer leicht gewesen ist, aber von GOTT gesegnet wurde und geistliche Früchte mit sich bringt. Die Kirche schenkt uns wieder Vertrauen. Ein herzliches Vergelt’s GOTT will ich hier allen Mitgliedern sagen, die diesen Weg mit uns gegangen sind! Für uns eine Freude, aber zugleich auch Vertrauensvorschuss und Auftrag ist die Genehmigung des Statuts des Opus SS. Angelorum durch den Hl. Stuhl. Damit hat die Mutter Kirche das Werk der heiligen Engel in ihren Schoß aufgenommen. Gemäß diesem Statut ist das OA eine „kirchliche Bewegung“, die im Sinne von can. 303 vom Kreuzorden geleitet wird (vgl. Art. 6). Der Sitz dieser Bewegung befindet sich in der Casa Santa Maria degli Angeli in Rom."

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Stellungnahme des Kreuzordensklosters St. Petersberg zur Anerkennung der Statuten des Werkes der hl. Engel
11.10.2010
Das Dekret vom 6. Juni 1992 ist nicht zurückgenommen worden, es hat weiterhin seine Gültigkeit. Dies betrifft insbesondere die Teile der Privatoffenbarung von Mutter Gabriele Bitterlich, die nicht von der Hl. Schrift und der Tradition der Kirche belegbar sind. So ist weiterhin die Verwendung großer Teile der Privatoffenbarung untersagt und wir halten uns auch daran.
Trotz des Dekretes vom 6. Juni 1992 hat uns die Glaubenskongregation eine Weihe an die hl. Engel im Jahr 2000 approbiert. Sie gründet auf der durch Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt bezeugten allgemeinen Offenbarung Gottes und enthält die wesentlichsten Aspekte der Spiritualität des Werkes der hl. Engel.
Das im Jahr 2008 vom Heiligen Stuhl approbierte Statut des Werkes der hl. Engel bezieht sich auf Pkt. V. des Dekretes von 1992 wo es darum geht die Beziehungen zwischen dem Opus Angelorum und dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz zu klären und zu regeln. 
Das Werk der hl. Engel ist nun eine vom Hl. Stuhl anerkannte kirchliche Bewegung, ist gemäß can. 677, §2 dem Orden der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz angeschlossen und wird im Sinnen von can. 303 von diesem Orden geleitet.
Wie Sie schreiben, ist diese Anerkennung möglich geworden, weil wir uns an die kirchlichen Auflagen gehalten haben und selbstverständlich diese auch weiterhin halten werden.