Die Wundmale des hl. Franziskus
September 2012

Der heilige Franziskus hatte große Verbundenheit mit den hl. Engeln. Besonders deutlich wird dies durch die Einprägung der Wundmale JESU durch einen Seraph: Im Sommer 1224 war es: Franziskus hatte sich auf den La-Verna-Berg begeben, um sich dort durch das gewohnte 40tägige Fasten auf das Fest des von ihm viel verehrten Erzengels Michael vorzubereiten.

Gerade war erst das Fest der Kreuzerhöhung begangen worden. Franziskus lebte noch ganz in der Betrachtung des Kreuzesleidens JESU. Nach einer im Gebet durchwachten Nacht überstrahlte den Beter plötzlich ein übernatürliches Licht. Da schaute er in einer Verzückung in einem weißglühenden Strahlenkranz eine Gestalt gleich einem Seraph mit sechs Flügeln. Dieser Seraph aber war mit ausgespannten Armen und geschlossenen Füßen an ein Kreuz geheftet. Zwei Flügel schlug er über dem Haupt zusammen, zwei streckten sich zum Fluge aus, zwei bedeckten seinen ganzen Leib. Als der Heilige aus Freude und Schrecken zugleich wieder zur Besinnung kam, fand er die fünf Wunden des Gekreuzigten an seinem eigenen Leib. Noch in der ersten Ergriffenheit schrieb Franziskus auf ein Pergamentblatt für Bruder Leo, seinen Begleiter, einen Hymnus der jubelnden Dankbarkeit und Anbetung nieder. Dazu noch eine kurze Segnung des Bruder Leo. Dieser selbst fügte der Handschrift des hl. Franziskus später einige Sätze hinzu, in denen auch die Worte stehen: "Und es kam die Hand des Herrn auf ihn. Und wegen der Erscheinung und der Anrede des Seraphs und der Einprägung der Wundmale Christi in seinem Leib verfasste er diese Lobpreisung, die auf der anderen Seite des Blattes steht; er schrieb sie mit eigener Hand, dem Herrn danksagend für die ihm erwiesene Wohltat."

Aus: Ferdinand Holböck, Vereint mit Engeln und Heiligen, S. 247f.

Die franziskanischen Gemeinschaften feiern jedes Jahr das Fest der Einprägung der Wundmale am 17. September. Diese Begebenheit aus dem Leben des hl. Franziskus ist uns ein deutliches Beispiel, wie die hl. Engel zur Verehrung des leidenden Herrn führen möchten.