Der hl. Stanislaus Kostka und die Engel
Dezember 2012

Im Alter von 14 Jahren wurde Stanislaus zusammen mit seinem älteren Bruder Paul zur Ausbildung nach Wien geschickt. Beide kamen zunächst in das Konvikt der Jesuiten neben der Kirche "Am Hof". Als das Konviktsgebäude den Jesuiten entzogen wurde, mussten die beiden Brüder Kostka in das hinter der Kirche gelegene Haus übersiedeln.

Der Hausherr war lutherischer Ratsherr. Stanislaus, der ein zurück­gezogenes, nur dem Gebet und dem Studium gewidmetes Leben führte, hatte von seinem leichtsinnigen Bruder Paul viel zu leiden. Da erkrankte Stanislaus lebensgefährlich und schließlich gaben ihn die Ärzte auf. Er kannte seine Lage. Er fürchtete sich keineswegs, er blieb vielmehr ruhig und ergeben. Sorge machte ihm nur, er könnte ohne die heiligen Sakramente von der Welt scheiden müssen. Innig bat er seinen Bruder Paul und seinen Hofmeister Bilinski, sie möchten den Hausherrn bitten, ihm den letzten Wunsch nicht zu versagen. Bilinski und Paul aber kannten dessen Gesinnung. Sie meinten, bevor dieser einen katholischen Priester sein Haus betreten lasse, würde er sie alle samt dem Schwerkranken auf die Straße werfen.

Nun wandte sich Stanislaus an die hl. Barbara und diese half wunderbar. Eines Nachts ergriff Stanislaus den an seinem Bett sitzenden Bilinski am Arm, schüttelte ihn heftig und rief: 'Auf die Knie!' Dabei kniete er selbst im Bett nieder, während er jubelnd sprach: 'Siehe, die hl. Barbara! Sie kommt mit zwei Engeln, die mir das heiligste Sakrament bringen'. Dreimal betete er, wie damals üblich, 'Herr, ich bin nicht würdig ...', dann rief er entzückt aus: 'GOTT meines Herzens!' Darauf fühlte er die heilige Hostie auf seinen Lippen. Nach wenigen Augenblicken legte er sich wieder hin und verharrte lange in andachtsvoller Sammlung. In der Christnacht durchflutete ein sanftes Licht das Krankenzimmer. Die seligste Jungfrau Maria, die Königin der heiligen Engel, erschien mit dem JESUSKIND auf dem Arm. Sie legte dem Kranken ihr göttliches Kind in die Arme und sagte zu ihm, er möge tun, was er längst erwogen habe und sich dem Orden der Gesellschaft JESU anschließen. Um dies auszuführen, wurde Stanislaus auf wunderbare Weise urplötzlich die Gesundheit zurückgeschenkt. (nach: Ferdinand Holböck, Vereint mit den Engeln und Heiligen, 334 f.)