Der Engel – personales Wesen
März 2012

"Insofern die Engel Wesen von geistiger Natur sind, sind sie mit Verstand und freiem Willen ausgestattet, genau wie der Mensch, aber von höherem Grad als dieser, und doch auch nur in begrenzter, endlicher Weise infolge der Grenzen, die allen Geschöpfen eigen sind.

Die Engel sind also personale Wesen und darum wie der Mensch ebenfalls ‚Bild und Gleichnis' GOTTES." (sel. Joh. Paul II., Katechese 6.8.1986) Der heilige Engel hat eine eigene von GOTT geschenkte Persönlichkeit und Individualität die sich in seinem Wirken entsprechend äußert.

In der Folge ergibt sich, dass jeder Engel von GOTT einen individuellen Namen bekommen hat. Ein allegorischer Hinweis darauf ist uns im Buch des Propheten Jesaja geschenkt: "Wer hat die Sterne dort oben erschaffen? ER ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, Der sie alle beim Namen ruft." (Jes 40,26) Allerdings verehrt und feiert die Kirche nur drei Engel mit ihrem Namen, da diese klar in der Heiligen Schrift bezeugt sind.

"Die Heilige Schrift gibt den Engeln auch Benennungen, und zwar nicht nur persönliche wie die Eigennamen Gabriel, Rafael und Michael, sondern auch Gattungs­namen wie die Bezeich­nungen Serafim, Kerubim, Throne, Mächte, Gewalten, Fürsten; die Heilige Schrift unterscheidet auch zwischen Engeln und Erzengeln. Wenn wir die analogisierende und darstellende Ausdrucksweise des heiligen Textes berücksichtigen, so können wir daraus entnehmen, dass diese personalen Wesen fast wie in Gesellschaften gruppiert sind und sich nach Ordnungen und Abstufungen einteilen lassen, entsprechend dem Maß ihrer Vollkommenheit und den ihnen anvertrauten Aufgaben. Frühe Autoren wie Dionysios der Areopagite sprechen ferner -wie es auch die Liturgie der Kirche tut - von neun Engelchören. Die Theologie, besonders die patristische und die mittelalterliche, hat diese Darstellungsweise nicht zurückgewiesen, sondern versucht, ihr eine lehrmäßige und mystische Erklärung zu geben, ohne ihr jedoch einen absoluten Wert beizumessen."

(sel. Joh. Paul II., Katechese 6.8.1986)